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Guildo sucht die Superband

Trier (dpa/Birgit Reichert) - Schlagersänger Guildo Horn (48) findet, dass auch geistig Behinderte das Zeug zum Superstar haben. «Behinderte machen genauso tolle Musik wie andere Menschen auch», sagte Horn der Nachrichtenagentur dpa in Trier. Deshalb hat er den Wettbewerb «Guildo sucht die Super-Band» (GSDS) gestartet, bei dem geistig Behinderte ihr musikalisches Können zeigen können. Die zehn besten Bands stellen sich jetzt im Internet unter www.gemeindehorn.de zur Wahl. «Wir haben alles von Ska über Rock, Pop und Jazz bis Schlager dabei», sagte Horn, der seit vielen Jahren mit Behinderten arbeitet. Noch bis zum 28. November kann online «gevotet» werden.

«Hier können Behinderte ihre Talente zeigen und Qualität in die Unterhaltungsbranche bringen», sagte der Musiker. Die fünfköpfige Fach-Jury sei von den mehr als 200 Gruppen, die sich bei «GSDS» beworben hatten, beeindruckt gewesen. Schnell sei klar gewesen, «dass das Musik ist, die auch unter normalen marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten erfolgreich sein könnte». Horn hatte seine Karriere als Musiktherapeut bei der Lebenshilfe Trier begonnen. «GSDS» sei der bundesweit größte Musikwettbewerb für behinderte Menschen.

«In Deutschland stecken Sachen mit Behinderten noch in den Kinderschuhen», sagte der gebürtige Trierer. Es gebe bislang «medial keine Plattform, wo Behinderte nicht als Hilfsempfänger auftauchen und nicht ständig über Probleme geredet wird». Man müsse Behinderten «auch mal was zutrauen» - und ihnen auf Augenhöhe begegnen. «Da ist unheimliches Potenzial.» Horn plant mit der Bundesvereinigung Lebenshilfe für 2012 eine Neuauflage des Wettbewerbs. Vielleicht auch als «Guildos next Topmodel» - oder die Suche nach dem besten behinderten Solokünstler.
 
Die online-Abstimmung laufe «klasse». In den ersten drei Tagen haben bereits rund 2500 Fans für ihren Favoriten geklickt. Die drei Sieger gewinnen ein Musiker-Wochenende in Berlin und Geldpreise von insgesamt 3500 Euro. Und bei einem Konzert mit den Siegerbands und Guildo Horn am 18. Dezember in der Berliner Kulturbrauerei «gibt es Currywurst und Nussecken bis zum Abwinken», sagte der Eurovision Song Contest-Kandidat für Deutschland von 1998. Horn lebt heute im Bergischen Land bei Köln.

Die Idee zu «GSDS» sei nach dem Ende seiner Talkshow mit geistig Behinderten «Guildo und seine Gäste» entstanden, die drei Jahre lang beim SWR, im WDR und bei 3sat lief. Da habe er so viele Gäste mit großen Begabungen kennengelernt. «Diesen Menschen will der Wettbewerb eine Chance bieten, zu zeigen, was sie alles so drauf haben».

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